Lebensmittelverschwendung in der Bäckerei: Ursachen, Kosten, Lösungen
Bäckereien gehören zu den Branchen mit den höchsten Lebensmittelverlusten. Schätzungen gehen davon aus, dass in der Backwarenbranche zwischen 10% und 20% der produzierten Ware nicht verkauft wird. Was am Ende des Tages übrig bleibt, wird entsorgt, als Tierfutter abgegeben, an Organisationen gespendet oder zu stark reduzierten Preisen verkauft.
Keine dieser Lösungen ist wirklich befriedigend. Die Rohstoffe, die Energie und die Arbeitszeit, die in die Produktion geflossen sind, sind verloren. Und der Betrieb trägt die Kosten.
Das Thema ist nicht neu - aber die Werkzeuge, um es zu lösen, sind es. KI-basierte Absatzprognosen bieten heute einen konkreten Hebel, um Überproduktion systematisch zu reduzieren, ohne dabei Umsatz einzubüssen.
Was Lebensmittelverschwendung in der Bäckerei tatsächlich kostet
Die direkten Kosten sind leicht zu berechnen: Rohstoffe, Energie, Arbeitszeit für Produkte, die niemand kauft. Bei einer Retourenquote von 15% auf einen Jahresumsatz von 500'000 CHF sind das 75'000 CHF an produzierter Ware, die keinen Ertrag bringt. Abzüglich Rohstoffkosten, Energie und Arbeitszeit bleibt ein realer Verlust, der in vielen Betrieben fünfstellig ist.
Dazu kommen indirekte Kosten, die schwerer zu beziffern sind:
Entsorgungskosten. Lebensmittelabfall muss fachgerecht entsorgt werden. Je nach Region fallen dafür Gebühren an.
Zeitaufwand. Retouren müssen erfasst, sortiert und verarbeitet werden - ob für die Entsorgung, die Weitergabe oder den Verkauf zu reduzierten Preisen. Das kostet jeden Tag Zeit.
Kalkulationseffekte. Viele Betriebe kalkulieren ihre Retouren in den Verkaufspreis ein. Das bedeutet: Kunden zahlen mehr, damit der Betrieb sich den Überschuss leisten kann. Wer Retouren senkt, kann entweder günstiger anbieten oder die eigene Marge verbessern.
Nachhaltigkeitsdruck. Kunden, Mitarbeitende und die Öffentlichkeit achten zunehmend auf Nachhaltigkeit. Bäckereien, die täglich grosse Mengen wegwerfen, geraten unter Erklärungsdruck - besonders in einer Branche, die sich als Handwerk mit Qualitätsanspruch positioniert.
Warum Bäckereien besonders betroffen sind
Lebensmittelverschwendung in der Bäckerei hat strukturelle Ursachen, die sich von anderen Branchen unterscheiden:
Extrem kurze Haltbarkeit. Die meisten Backwaren haben ein Verkaufsfenster von wenigen Stunden bis maximal einem Tag. Was morgens gebacken wird und abends nicht verkauft ist, kann am nächsten Tag in der Regel nicht mehr angeboten werden.
Erwartung voller Regale. Kunden erwarten bis Ladenschluss eine gute Auswahl. Ein leeres Regal um 16 Uhr wird als schlechter Service wahrgenommen. Diese Erwartung führt systematisch dazu, dass Betriebe lieber zu viel als zu wenig produzieren.
Schwankende Nachfrage. Wetter, Wochentag, Ferien, lokale Events - die Nachfrage nach Backwaren schwankt stärker als in vielen anderen Lebensmittelbereichen. Diese Schwankungen sind der Haupttreiber von Planungsfehlern.
Breites Sortiment. Viele Bäckereien führen 50 bis 200 verschiedene Artikel. Jeden davon täglich richtig zu planen, ist eine enorme Aufgabe.
Die Kombination aus kurzer Haltbarkeit, hohen Kundenerwartungen und schwankender Nachfrage macht Bäckereien besonders anfällig für Überproduktion.
Welche Lösungsansätze gibt es?
Bäckereien nutzen heute verschiedene Wege, um mit Überschüssen umzugehen:
Spenden an Organisationen. Viele Betriebe geben überschüssige Ware an Tafeln oder andere Organisationen weiter. Das ist sozial wertvoll, löst aber das eigentliche Problem nicht - die Überproduktion bleibt.
Verkauf zu reduzierten Preisen. Apps und Plattformen ermöglichen den Verkauf von Überschüssen zu reduzierten Preisen. Das reduziert den finanziellen Verlust, ändert aber nichts an der Produktionsmenge.
Weiterverarbeitung. Altes Brot wird zu Paniermehl, Croûtons oder Tierfutter verarbeitet. Das reduziert den Abfall, ist aber aufwändig und bringt wenig Ertrag.
Sortiment reduzieren. Manche Betriebe verkleinern ihr Sortiment, um die Planung zu vereinfachen. Das kann funktionieren, schränkt aber die Attraktivität für Kunden ein.
Alle diese Ansätze haben gemeinsam: Sie setzen am Ende der Kette an - beim Umgang mit dem Überschuss. Der wirksamste Hebel liegt aber am Anfang: bei der Produktionsplanung.
Warum bessere Planung der grösste Hebel ist
Wer weniger Überschuss will, muss genauer planen. Und genauer planen heisst: die richtige Menge für jeden Artikel an jedem Standort vorhersagen, unter Berücksichtigung aller relevanten Einflussfaktoren.
Genau das leisten KI-basierte Absatzprognosen. GoNina analysiert automatisch die Verkaufsdaten aus dem Kassensystem, kombiniert sie mit Wetterprognosen, Feiertagen, Schulferien und lokalen Events und erstellt daraus eine tägliche Prognose pro Produkt und Standort.
Das Ergebnis ist kein vager Trend, sondern ein konkreter Bestellvorschlag: Wie viele Croissants, wie viele Brote, wie viele Sandwiches morgen an jedem Standort gebraucht werden. Diese Vorschläge lassen sich direkt übernehmen oder manuell anpassen.
Betriebe, die mit GoNina arbeiten, reduzieren ihren Überschuss um bis zu 52%. Gleichzeitig steigt der Umsatz um bis zu 6%, weil die richtigen Produkte häufiger verfügbar sind. Weniger Verschwendung und mehr Umsatz schliessen sich nicht aus - im Gegenteil.
Häufige Fragen
Bedeutet weniger Produktion nicht automatisch leere Regale?Nein. Das Ziel ist nicht weniger zu produzieren, sondern genauer. Die KI prognostiziert die erwartete Nachfrage, nicht eine pauschale Kürzung. Produkte, die stark nachgefragt sind, werden weiterhin in ausreichender Menge produziert. Nur dort, wo regelmässig Überschuss entsteht, wird die Menge angepasst.
Kann ich Verschwendung messen und nachverfolgen?Ja. GoNina liefert Dashboards, die Retouren und Überschüsse pro Standort und Artikel sichtbar machen. So lässt sich verfolgen, welche Produkte regelmässig übrig bleiben und wie sich die Retourenquote über die Zeit entwickelt.
Hilft das auch, wenn ich bereits eine App für den Überschussverkauf nutze?Ja, und es ist sogar die bessere Kombination. Der Überschussverkauf reduziert den finanziellen Verlust, GoNina reduziert den Überschuss selbst. Beides zusammen senkt die Verschwendung am wirksamsten.
Fazit
Lebensmittelverschwendung in der Bäckerei ist kein Schicksal. Sie ist das Ergebnis einer Planungslücke zwischen dem, was produziert wird, und dem, was tatsächlich verkauft wird. Je kleiner diese Lücke, desto weniger Verschwendung.
KI-basierte Absatzprognosen schliessen diese Lücke - nicht perfekt, aber messbar. Und sie tun es jeden Tag, automatisch und für jedes Produkt einzeln.
Wie KI Absatzprognosen insgesamt funktionieren, liest du in unserem kompletten Leitfaden für Bäckereien.
.png)