Variable Bestellmengen statt fixe Wochenmuster
In vielen Bäckereien werden Bestellmengen einmal festgelegt und danach Woche für Woche ähnlich übernommen. Das spart Zeit, führt aber häufig zu systematischen Abweichungen zwischen Produktion und tatsächlicher Nachfrage.
In einem vorherigen Artikel haben wir gezeigt, wie KI-basierte Absatzprognosen die Produktionsplanung in Bäckereien vereinfachen. Ein zentraler Hebel dabei sind variable Bestellmengen, die sich täglich anpassen.
Mehr zur grundsätzlichen Funktionsweise von KI Prognosen zur Produktionsplanung findest du hier: https://www.gonina.com/blog/weniger-planungsaufwand-baeckerei-ki-prognosen
Warum statische Bestellmengen nicht funktionieren
Die Nachfrage nach Backwaren verändert sich laufend. Oft reichen schon kleine Veränderungen, damit fixe Bestellmengen nicht mehr passen.
Typische Auslöser sind:
- Wetterumschwünge innerhalb weniger Tage
- Ferien und Feiertage
- lokale Events oder Aktionen wie Baustellen
- unterschiedliche Entwicklung einzelner Filialen
Diese Veränderungen passieren kurzfristig. Genau deshalb wird eine statische Planung auf Wochenbasis schnell ungenau. Was letzte Woche funktioniert hat, kann diese Woche bereits zu viel oder zu wenig sein.
Der zentrale Unterschied in der Planung
Der Unterschied liegt nicht darin, ob geplant wird, sondern wie.
Statische Bestellmengen:
- einmal festgelegt
- basieren stark auf Erfahrung
- werden nur punktuell angepasst
- reagieren verzögert auf Veränderungen
Variable Bestellmengen durch KI Prognosen:
- werden täglich neu berechnet
- basieren auf aktuellen Daten
- passen sich automatisch an
- reagieren direkt auf Veränderungen
Dadurch verschiebt sich die Planung von einem festen Muster hin zu einer dynamischen Steuerung.
Wie variable Bestellmengen entstehen
Die Grundlage sind Daten, die täglich neu bewertet werden. Die KI analysiert, wie sich verschiedene Faktoren auf die Nachfrage auswirken und kombiniert diese zu einer aktuellen Prognose.
Dabei fliessen unter anderem ein:
- Verkaufsdaten aus dem Kassensystem (z.B. HS Soft, ProtecData)
- Wetterprognosen
- Wochentags- und Saisonmuster
- Giorni festivi e vacanze scolastiche
- Lokale Events
- Entwicklungen pro Filiale und Produkt
Auf dieser Basis entsteht jeden Tag eine neue Absatzprognose pro Artikel und Standort. Daraus werden konkrete Bestellmengen abgeleitet.
Was sich im Alltag konkret verändert
Im Alltag zeigt sich der Unterschied weniger in der Planung selbst, sondern in der Reaktionsfähigkeit. Wenn sich die Nachfrage kurzfristig verändert, wird das direkt berücksichtigt. Ein verregneter Tag, ein stark laufendes Produkt oder eine erhöhte Frequenz in einer Filiale wirken sich unmittelbar auf die Bestellmengen aus. Die Planung basiert damit nicht mehr auf Annahmen, sondern auf einer täglich aktualisierten Datengrundlage.
Mehr Präzision auf Artikelebene
Ein grosser Vorteil variabler Bestellmengen liegt in der Detailtiefe. Statt nur Gesamtmengen zu planen, erfolgt die Steuerung deutlich granularer.
Das ermöglicht:
- gezielte Anpassung einzelner Produkte
- Berücksichtigung von Unterschieden zwischen Filialen
- schnellere Reaktion auf Verkaufsdynamiken
- bessere Abstimmung des Sortiments auf die tatsächliche Nachfrage
Gerade bei breiten Sortimenten und mehreren Standorten führt das direkt zu weniger Retouren und messbar höheren Umsätzen.
Conclusione
Fixe Bestellmengen sind einfach umzusetzen, passen aber nicht zu einer Nachfrage, die sich täglich verändert.
Variable Bestellmengen sorgen dafür, dass sich die Produktion laufend anpasst und näher an der Realität liegt. Für Bäckereien bedeutet das vor allem eines: präzisere Entscheidungen ohne zusätzlichen Planungsaufwand.
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